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1962-1992

Ortsgeschichte
Der Heimat- und Volkstrachtenverein D' Wolfachtaler Iglbach zeigt durch die Wahl seines Namens an, dass er sich als Sachwalter des Heimatgedankens im ganzen Wolfachtal versteht. Namengebend ist die Wolfach, ein eher bescheidenes Gewässer. Nicht einmal 30 km misst ihr Lauf von der Quelle bei Brunndobl südlich von Wolfachkirchen auf den waldreichen Hängen zwischen Rott und Vils bis zur Mündung in die Donau unweit Vilshofens. Einige echte ing-Orte belegen, dass die Besiedlung bereits um 900 abgeschlossen gewesen sein durfte. Die ing-Orte gelten als die ältesten Siedlungen, gefolgt von den ham-Orten. Jüngeren Datums sind die bach-Orte (z.B. Iglbach, Haarbach), die auf ein frühes Eindringen in Waldgebiete hindeuten. Die bach-Orte sind aber heute in der Regel bedeutender. Den manchmal natürlich-gewundenen, manchmal flurbereinigt schnurgeraden Lauf der Wolfach begleiten viele geschichtlich und künstlerisch bedeutende Bauwerke. Den Anfang macht die neugotische, romantische von Efeu überwachsene Backsteinkapelle bei Brunndobl. Eine kurze Strecke weiter gibt der noch recht schmale Bach dem 1250jährigen Wolfakirchen schon den Namen.

 

Nach einem scharfen Knick tauchen der scheinbar zu groß geratende Turm und das viel bescheidenere Kirchenschiff der Wallfahrtskirche Grongörgen auf. Nachdem die Wolfach das Dorf Haarbach in zwei, früher auch unterschiedlichen Grundherrschaften zugehörige Ortsbereiche teilt, grüßt nach einer Talbiegung der reich gegliederte Turmhelm der Wallfahrtskirche Sammarei herüber. Weiterhin ist die St. Kolomann-Kapelle zu nennen, auf einem Scheiderücken zwischen dem mittleren und oberen Wolfachtal gelegen. Nach Osten fällt der Blick auf das uralte Steinkirchen. Und dann der Zentralort des Wolfachtals, der Markt Ortenburg, dessen Bild bestimmt wird von der evangelischen Marktkirche, gekrönt aber von dem Schloss der ehemals mächtigen Grafen von Ortenburg. Gegenüber dem Zentralort des Wolfachtales, dem Markt Ortenburg, mündet im Westen des Seitentals des Iglbaches in das Wolfachtal. Seine Hauptorte sind Ober- und Unteriglbach. Die im Chor noch spätgotische Pfarrkirche von Unteriglbach trägt das in unserer Gegend seltene Patrozinium St. Vitus.

 

Das Kirchenschiff wurde in den 80er Jahren zu klein und durch einen modernen achteckigen Neubau ersetzt. Die Kirche war schon im 14. Jh. mit pfarrlichen Funktionen ausgestattet, gehörte aber rechtlich so lange zu Steinkirchen bis Ortenburg 1563 evangelisch wurde. Pfarrsitz für Unteriglbach war von 1574 ab Holzkirchen, bis es 1903 selbständig wurde. Die ehemalige Gemeinde Unteriglbach schloss sich 1971 mit Söldenau zur Gemeinde Wolfachau zusammen und ging dann 1978 in der Großgemeinde Ortenburg auf. Seitdem herrscht eine rege Siedlungstätigkeit. Dorfkern und Umgebung sind aber weiterhin von der Landwirtschaft geprägt. Die älteste Abbildung des Dorfes stammt aus der Zeit um 1620, geschaffen von dem so genannten Malergrafen Johann Casimir von Ortenburg.

 

Vereinsgeschichte
Der Heimatverein D' Wolfachtaler Iglbach e.V. wurde 1962 gegründet. Zwischen Bad Griesbach und Vilshofen in der Marktgemeinde Ortenburg liegt das schöne Dorf Unteriglbach - kurz Iglbach genannt. Die Anfänge der Iglbacher Trachtler reichen in die frühen 60er Jahre zurück. In den Anfangsjahren war es eine Handvoll junger Burschen, deren Begeisterung für das Tanzen und Plattln Hans Lindinger (†) so nachhaltig zu wecken verstand, dass sie bis heute anhält. Einer der interessantesten Tänze in ganz Niederbayern ist der Iglbacher Landler. Ein Landler, der in diesem Dorf entstanden ist und an Hand von Originalnoten aus dem Jahre 1860 belegt werden kann. Dieser Tanz ist ein fünfteiliger Landler, was eine Eigenart mit besonderen Seltenheitswert ist. 1991 beschließt die Vorstandschaft den Neubau eines Jugend- und Vereinsheims im Dorfkern.

 

Bereits im Herbst 1992 konnte das Trachtenheim feierlich eingeweiht werden und ist seither ein lebendiges Haus für Jung und Alt. Zusammen mit dem 60. Gründungsjubiläum des Dreiflüsse Trachtengau Passau feierte der Verein 1992 sein 30jähriges Gründungsjubiläum mit Fahnenweihe. 1995 war der Verein zusammen mit dem Patenverein Dorfbach wiederholt Ausrichter des Gautrachtenfestes in Ortenburg. Es ist für die Mitglieder des Heimat- und Volkstrachtenvereins selbstverständlich, bei allen besonderen weltlichen und kirchlichen Festlichkeiten in der Tracht dabei zu sein. Als Träger ländlicher Kultur, der mit seinen vielen Veranstaltungen das Dorfleben bereichert, hat der Trachtenverein seinen festen und anerkannten Platz in Unteriglbach und im Wolfachtal. Verschiedene länderübergreifende Begegnungen prägen seither besonders in den letzten 10 - 15 Jahren den Verein. Seit 1994 verbindet den Trachtenverein eine Freundschaft mit einer polnischen Jugendtrachtengruppe aus Kluskowcze (Südpolen). Eine erste Begegnung fand 1994 in Polen statt.

 

Gegenbesuche folgten 1996 und 1998. 1997 wiederholte die Gruppe den Besuch. Die Aktive Jugendgruppe I war nicht zuletzt deshalb im Jahr 2000 in Zakopane Teilnehmer bei einem der größten internationalen Folklorefestivals. Ein weiteres besonderes Ereignis war u.a. eine Einladung nach Limasol (Cypern) im Oktober 1997. Weitere Freundschaften pflegt der Verein seit 1997 zu einem Trachtenverein in Sittensen (Lüneburger Heide). Ende der 90er Jahre fanden weitere Auslandsauftritte in Ungarn, Frankreich und Österreich statt. Eine neue Verbindung wurde Anfang 2003 mit einer ungarischen Gruppe hergestellt. Hier ist der Kontakt besonders innig mit der Volksschule in Földeak.

 

Die Schule dort hat schon sehr bald nach der Wende Deutsch-Unterricht als 1. Fremdsprache eingeführt. Eine Verbindung nach Deutschland - insbesondere mit einer Folkloregruppe ist ihnen deshalb besonders wichtig, weil dieser Volksschule auch eine Musikschule angehört. Der Verein ist aber auch Veranstalter zahlreicher Heimatabende in den nahegelegenen Kurorten sowie bei Vereinsfesten und Jubiläen. Sehr viel Wert wird im Verein auf den Erhalt von echtem, überliefertem Musik- und Liedgut gelegt. Neben dem Tanzen und Plattln gilt ein besonderes Augenmerk immer der Hinführung der Kinder zur Volksmusik und zum Erlernen von Volksmusikinstrumenten. Seit 1990 ver-anstaltet der Verein deshalb jedes Jahr am ersten Sonntag im November ein Jugendsingen und -musizieren. Die Kinder und Jugendlichen zeigen mit Begeisterung und Stolz ihr Können den immer zahlreich kommenden Gästen. Im Frühjahr und im Herbst lädt der Verein zu einem Musikanten-Stammtisch ins Trachtenheim ein.

 

Heimatpflege
Zweimal im Jahr unternimmt der Verein eine Kulturfahrt zu historischen Bauten, interessanten Museen und Naturdenkmälern in unserer Heimat. Unser Heimatpfleger Elmar Grimbs weiß immer hochinteressante Geschichten über die jeweiligen Sehenswürdigkeiten zu erzählen. Ein großes Anliegen ist es für den Verein, die vielen Feldkreuze und Marterl zu pflegen und erhalten. Besonders hat sich hier Michael Pangratz (Dobler Mich) verdient gemacht. Er hat alles dokumentiert, fotografiert und beschriftet und in mehreren Alben dem Verein übergeben. Ebenso hält er uns immer wieder interessante Vorträge, z.B. über das Leben auf dem Bauernhof anno dazumal. Jedes zweite Jahr im September fand auf dem Hansbauernhof in Kettenham ein großes Hoffest statt. Es begann am Sonntag Morgen mit einem Gottesdienst im Inneren des Vierseithofes und wurde umrahmt von der Musikkapelle aus Pfarrkirchen im Mühlviertel.

 

Anfangs war es ein Erntefest mit Dampfdreschn und Ausstellung alter Gerätschaften auf dem Bauernhof. Dazu gehörte auch das Mähen des Getreides mit Sense bzw. Bindemäher. In den letzten Jahren beteiligten sich auch der Bayerische Bayernverband, die Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft, der Waldbauernverband sowie der Maschinenring. Der Jagdverband Vilshofen präsentierte sich mit einer sehenswerten Ausstellung, den Jagdhornbläsern, einer Falknergruppe und einer Hundevorführung. Ebenso fand auf dem Hoffest ein Bauernmarkt statt.

 

Kirchliches Brauchtum im Jahreskreis
Zu den traditionellen kirchlichen Veranstaltungen im Jahreskreis gehört seit Jahren das Rorate am 3. Adventssamstag in der Pfarrkirche St. Vitus in Unteriglbach für unsere verstorbenen Vereinsmitglieder. Umrahmt wird dieser Gottesdienst von den Musik- und Gesangsgruppen des Vereins. Umrahmt wird dieser Gottesdienst von den Musik- und Gesangsgruppen des Vereins. Anschließend folgt im Trachtenheim die besinnlich gestaltete Weihnachtsfeier mit zumeist Mundart-Textvorträgen sowie den Musik- und Gesangsgruppen. Selbstverständlich ist auch der Besuch des Hl. Nikolaus um den 6. Dezember im Trachtenheim. In der Fastenzeit wird seit dem Jahr 2005 ein Passionssingen veranstaltet; es wird gestaltet von Gruppen des Vereins, befreundeten Musik- und Gesangsgruppen, dem örtlichen Männergesangsverein, dem Gemischten Chor bzw. Kirchenchor Unteriglbach. Zum Vortrag kommt die Passion "De traurigste G'schicht" vom Rottaler Mundartdichter Ponzauner Wigg (†). Die Verehrung der Patrona Bavaria - Maria Mutter Gottes - gehört selbstverständlich zur kirchlichen Tradition des Vereins.

 

Unsere Heimat ist von vielen Feldkreuzen, Marterln und kleinen Kapellen geziert. Die Maiandacht wird daher an einem besonderen Marterl in Unterthannet am Waldesrand, dem "Susser-Marterl", jeweils am letzten Sonntag im Mai gefeiert. Die Bläsergruppe Iglbach und die Frauengesangsgruppe "Pomp-A-Dur" bilden seit den letzten Jahren die musikalische und gesangliche Umrahmung. Als Vertreter des Bauernstandes und Bewahrer der ländlichen Kultur gehört besonders auch das Erntedankfest zur Ausrichtung im Kirchenjahr. In der Pfarrei Unteriglbach wird daher der Erntedankgottesdienst musikalisch umrahmt, Fürbitten und Texte von Mitgliedern, insbesondere der Kinder, vorgetragen und nicht zuletzt die Dekoration des Altars übernommen. Symbolisch als Dank für die eingebrachte Ernte wird die Erntedankkrone zum Altar gebracht. Zur Tradition ist die Teilnahme am Leonhardi-Umritt mit einem eigenen Festwagen im nahegelegenen Grongörgen geworden. Dieser Umritt findet jährlich am letzten Sonntag im Oktober statt.

 

Weltliches Brauchtum im Vereinsjahr
Das traditionelle Maibaumaufstellen gehört zu den längsten Traditionen des Heimat- und Trachtenvereins. Eine lange Liste an Maibaumspendern zeugt von großer Begeisterung an der Tradition. Jährlich am Ostermontag macht sich die Vorstandschaft des Vereins auf zum Maibaumspender und hofft auf gute Aufnahme. Nach mehr oder weniger schwierigen Aufgaben werden die Bittsteller dennoch immer erhört. Das Sägen des Maibaums ist ebenfalls eine besondere Attraktion - insbesondere für die jüngere Generation - denn dieser wird noch mit der Wiegensäge umgeschnitten. Am Abend vor dem 1. Mai wird er dann vor dem Trachtenheim aufgestellt - vorausgesetzt, der Maibaum wurde nicht gestohlen. Die Tradition des Sonnwendfeuers hat der Verein in den 80iger Jahren wieder aufleben lassen. Auf der Anhöhe Maiersberg fand man den idealen Ort. Bei Einbruch der Dunkelheit entzünden die Kinder unter fachkundiger Anleitung mit Hilfe der Fackeln das Feuer.

 

Die Gruppen des Vereins
Kindertanzgruppe -  Eine Kindertanzgruppe mit etwa 25 Kindern im Alter von 5 bis 12 Jahres ist im Verein etabliert. Bei den örtlichen Festlichkeiten und Feiern ist die Kindertanzgruppe nicht wegzudenken. Zahlreiche Aktivitäten wie Zeltlager, Basteln und Leckerlbacken in der Adventszeit etc. neben dem Tanzen und Plattln spornen die Kinder an, beim Trachtenverein aktiv mitzumachen, obgleich das Volkstanzen und Schuhplattln unter den Kindern heute nicht unbedingt als populär gilt.


Aktive I -  Schuhplattln war der eigentliche Anlass der Gründung des Trachtenvereins im Jahr 1962. Schuhplattln ist lebendiger Volkstanz und typisch für das Plattln ist die regionale Vielfalt. Die Aktive Tanz- und plattlergruppe besteht aus ca. 30 bis 35 Mitgliedern im Alter zwischen 15 und 35 Jahren. Sie verfügt heute über ein erfreulich großes Repertoire an Volkstänzen und Plattlern und immer noch kommen neue hinzu. Nicht zuletzt deshalb kann die Aktive I auf zahlreiche Auftritte im In- und Ausland zurückblicken. Bei vielen Gaupreisplattln hat die Gruppe im Dreiflüsse Trachtengau Passau stets erste Plätze belegen können.


Aktive II -  Die Volkstanzgruppe (Aktive II) etablierte sich von Beginn der 80er Jahre an unter der Leitung von Peter Lindinger sen., dem jetzigen Vorsitzenden des Vereins und Neffen des Vereinsgründers. Gerade unsere Heimat ist reich an überlieferten verschiedensten Landlerformen. Die Aktive II, bestehend aus ca. 12 Paaren, beschränkt sich auf die Volkstänze, insbesondere auf die verschiedenen Landler.


Goaßlschnoizer -  Seit 1990 hat der Verein eine Gruppe von Goaßlschnoizern integriert. Die Goaßlschnoizer-Gruppe beteiligt sich seit Jahren bei den Bayerischen Meisterschaften im Gruppen-preisschnoizen in Miesbach. Auch beim Einzelpreischnoizen wurden in den vergangenen Jahren von ehrgeizigen Goaßlschnoizern gute Erfolge erzielt.


Theatergruppe -  1986 verständigten sich einige Mitglieder des Heimatvereins darüber, in Iglbach die schon früher gepflegte Tradition des Theaterspielens wieder neu aufleben zu lassen. Der Anspruch war jedoch hochgesteckt. Auf keinen Fall sollte irgendwelcher Kitsch, sondern bodenständiges Volkstheater geboten werden. Am 3. Januar 1987 begann nach langen Jahren wieder die Unteriglbacher Theaterära. Die Resonanz des Publikums übertraf alle Erwartung. Da für alle Beteiligten der Zeitaufwand sehr groß ist, einigte man sich auf einen Zweijahresrhythmus. Eines der erfolgreichsten Theaterstücke der Gruppe war das Stück "Da Roagaspitz" im Jahr 1995.


Musikgruppen -  Der Ursprung der Iglbacher Ziach-Musi führt in das Jahr 1991 zurück. Thomas Sigl, Markus Lindinger (+) auf der Ziach und Maria Eder mit dem Kontrabass begeisterten die Zuhörer bei den verschiedenen Anlässen mit ihrem umfangreichen und musikalisch anspruchsvolles Repertoire. Daraus entwickelte sich dann im Jahr 1994 die Iglbacher Tanzlmusi und die Bläsergruppe. Heute sind die Gruppen durch ihre hohe musikalische Qualität überregional bekannt und spielen bei vielen Vereinsfesten, Jubiläen und Volkstänzen. Von Anfang an gehörten auch Stubenmusikgruppen dazu. Seit ca. 10 Jahren ist dabei die Stephani-Stubenmusi aktiv. Besonders in der Advents- und Weihnachtszeit ist die Stephani-Stubenmusi bei vielen Advents- und Weihnachtsfeiern sowie Adventssingen zu hören. Ihr hoher musikalischer Anspruch führt die Mitglieder der Stephani-Stubenmusi immer wieder zu sehr interessanten Auftritten auf Kreuzschiffen, die in Vilshofen Halt machen. Die Pflege des Liedguts wird bei uns groß geschrieben.

 

Immer wieder finden sich sangesfreudige Vereinsmitglieder zu einer Gesangsgruppe zusammen. D'Iglbacher Sängerinnnen haben sich im Mai 1984 gegründet. Anna Lindinger, Inge Schlögl, Diewald Anna, Rosamunde Lindner und Ingrid Grimbs; 1991 kam Renate Wimmer jun. hinzu; die Iglbacher Sängerinnen trugen ausschließlich echte bayrische Volkslieder vor und waren bald bei jedem kirchlichen und weltlichen Anlass ein wichtiger Bestandteil. Leider führten vorwiegend berufliche Gründe dazu, dass die Iglbacher Sängerinnen ihren bislang letzten Auftritt beim Heimatabend anlässlich des 40jährigen Gründungsjubiläums im Jahr 2002 hatten. Umso größer ist die Freude darüber, dass sich im Jahr 2005 eine neue Frauengesangsgruppe gegründet hat: die Pomp-A-Dur. Mariele Bernkopf, Brigitte Orttenburger, Hildegard Roitner und Simone Eggersdorfer sind vier junge Stimmen, die seit ihrer Gründung das Publikum durch ihre besonderen Liedvorträge mit höchstem Anspruch begeistern.

 

Iglbacher Landler
Der Iglbacher Landler wurde schon im vorigen Jahrhundert von den Bauernsleuten, Knechten und Mägden auf den Höfen in Iglbach und Umgebung getanzt. Auf Hochzeiten und Bällen spielte dazu die Kothwies-Aidenbacher Blasmusik auf. Einzigartig ist dieser Landler auch deshalb, weil dieser allein für unser Dorf Anfang des 19. Jahrhunderts verfasst wurde. Der Iglbacher Landler ist uns vollständig überliefert und wurde von Dr. Wolfgang Mayer 1979 für das Staatsarchiv aufgezeichnet. Dem Straubinger-Wirt, dem Butzenberger Josef (†) ist es zu verdanken, dass der Tanz nicht in Vergessenheit geraten ist. Er hatte den Landler als junger Bursch auf dem elterlichen Hösamer-Hof in Hinding bei Unteriglbach von dem damaligen Knecht Georg Lindinger erlernt. Nach dem 2. Weltkrieg brachte er den Landler der Jungbauernschaft Iglbach und in den 60er Jahren den Trachtlern bei.

 

Der Iglbacher Landler setzt sich aus 6 verschiedenen Teilen mit 5 gesungenen Landlerstrophen zusammen. Ganz eigenartig ist dabei das "Gehen". Der Schritt der Buam mit dem "Klappern" von der Sohle und Ferse will gelernt sein. Das Dirndl geht eingehängt mit Beistellschritten, eine halbe Schrittlänge hinter dem Buam her. - Jeder Landlerteil hat seinen eigenen Namen:
1. Der Doppelklapperer
2. Der Stampfer
3. Der Schleuderer
4. Der Hasenhupfer
5. Hint' ummi
6. Der Walzer


Die Original-Fassung dauert ca. 20 Minuten.
Die Singstrophen:
1. Des landlerisch Tanzn und s'Geh bei da Nacht,
des hod uns beim Deife so liadale gmacht.
2. Ja, s'landlerisch Tanzn ko ned a jeda,
ko's selba ned g'scheid, oba meine Briada.
3. Drei Wocha vor Ostern geht da Weibaschmoz o,
sagt de oane zu da andern: "Leng deine Henna scho?"
4. Und z'Österreich drunt, ham de Bauern grouß Hund,
han de Madln schneeweiß, wia bei uns des g'selcht Fleisch.
5. Schaut's unsane Madl o, wia sa se drahn,
ham d'Köpf in da Höh' ois wia d'Hahna, wenn's krahn.

Text: Maria Eder, Elmar Grimbs, Anna Lindinger,
Verweis: Texte aus der Festschrift anlässlich des 30jährigen Gründungsjubiläum mit Fahnenweihe 1992